Die schönsten Bücher Österreichs

Auszeichnung im Jahre 2015

Der Verknüpfer: Das Buch vom Land. Geschichten von kreativen Köpfen und g'scheiten Gemeinden

Die Intentionen und Projekte, mit denen Gemeinden und Menschen auf die Herausforderungen des Lebens in der österreichischen Provinz reagieren, könnten nicht unterschiedlicher sein. Diese Vielfalt konzeptuell abzubilden und gestalterisch überzeugend umzusetzen, ist eine der Leistungen vom "Buch vom Land". Die inhaltliche Aufteilung in Essays, Best-Practice-Beispiele, Interviews, Porträts und Reportagen wird mit eigens für jeden Abschnitt gestalteten Broschüren unterstützt, die in Format und Papierart jede für sich stehen könnten, in den verwendeten Schriftarten und Satz jedoch klug aufeinander verweisen. Die hochwertige Bindung im Paperback hält die Aspekte final zusammen und weckt in seiner schroffen Asymmetrie Assoziationen mit dem Verlauf einer alpinen Gebirgskette. Ein spielerisches wie ernsthaftes Buch, das über seine Gestaltung inhaltliche Relevanz vermittelt, differenziert und abgegrenzt, an entscheidender Stelle jedoch homogen.

Quelle: www.schoenstebuecher.at

Verlag für moderne Kunst: Olaf Metzel. Dermaßen regiert zu werden

In Abwandlung eines Michel Foucault-Zitats wird die Publikation zu Olaf Metzels Ausstellung vor allem dem anarchistischen Wunsch des "Nicht-Regiert-Werdens" gerecht: denn hier wird die Grenzauslotung zum künstlerischen Statement gefasst. Textblöcke bewegen sich bis zum letztmöglich druckbaren Außenrand und verschmelzen als Klötze mit der Seite. Extreme, eigentlich nicht zuordenbare Detailansichten aus der Ausstellung fallen an allen Seiten ab und bilden am Buchende ein physisch ebenso bemächtigendes fotografisches Äquivalent; das Inhaltsverzeichnis wird am Buchrücken abgehandelt, und die Überschriftenseiten erinnern mit ihren Kästchen an Windows 1.0-Verzeichnisse. Der hoffnungslos überdimensionierte Barcode auf der Rückseite setzt einem bewusst plumpen Buch, das auf höchstem Niveau gängige Gestaltungsregeln unterläuft, einen würdigen Schlusspunkt.

Quelle: www.schoenstebuecher.at

Auszeichnung im Jahre 2013

Belvedere / Hirmer Verlag – Hundertwasser. Japan und die Avantgarde

Der siebenmonatige Japan-Aufenthalt von Friedensreich Hundertwasser im Jahr 1961 steht im Zentrum der Auseinandersetzung dieser technisch hervorragend gemachten Publikation. Dabei überzeugt das gekonnte Zusammenspiel von eigenem Werk und künstlerischer Zeitgenossenschaft, von Inhalt und äußerer Form, die in Summe eine außerordentlich gelungene Dokumentation eine der spannendsten Schaffensperioden des Künstlers ergeben. Der Wechsel von Schwarz-weiß mit Farbe, die Wahl des Einbandkartons und der faux-japanischen Bindung sowie der klare Einsatz von Typografie eröffnen einen überraschenden Blick abseits des öffentlichen Bildes auf eine in der Kunstwelt heute eher umstrittene künstlerische Position.

Besonders zu erwähnen ist außerdem das Zusammenspiel von verschiedenen Recyclingpapieren, bei dem sich das Material des Umschlages im Inhalt wiederfindet und der Einsatz von Recyclingmaterial somit eindrucksvoll aufgezeigt wird.

Quelle: www.schoenstebuecher.at